Im Laufe der Zeit entwickelten sich neben dem Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Bad Orb auch die Unterkünfte weiter. Von einem kleinen Raum im damaligen Rathaus entwickelte sich die Wehr zur großen Stützpunktwehr mit überörtlichen Tätigkeiten. Dies war nicht zuletzt den gestiegenen Anforderungen an den Brandschutz geschuldet.

Unterkunft im Rathaus am Marktplatz

Ludwig Bickell hat diese Abbildung mit dem Hinweis „nach einer alten Photographie“ gedruckt. Die Aufnahme ist undatiert, könnte aber um 1870 entstanden sein.
Zu sehen ist eine Übung der damaligen Feuerwehr.
Quelle: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Die Aufnahme zeigt die erste Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bad Orb (Gründung vermutlich 1864) bei einer Löschübung.

Im Erdgeschoss der Alten Rathauses befand sich eine Halle für die bereits vorhandene Handdruckspritze wie auch weitere Löschutensilien.

Als im Jahre 1901 einige Brandeinsätze auf Grund der überalterten Wehr nicht mehr sachgemäß abgearbeitet werden konnten, wurde Bezirksbrandmeister Schreiber tätig und verordnete die Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Orb.

Unterkunft am Salinenplatz

Bild: Archiv Karl Ihl

Das frühere „Spritzenhaus“ stand zwischen dem Rathaus und dem Kurparkeingang am heutigen Salinenplatz. In seiner ursprünglichen Funktion war das Gebäude als Remisenhaus der Salinenverwaltung genutzt. Später diente es der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Umzug in die Quanzstraße als Unterkunft.

Auszug aus der Festschrift zum Jubiläum 2001

Im Anschluss an das Spritzenhaus befand sich, auf dem Gelände des heutigen Rosengartens, die Kurgärtnerei.

Räumlichkeiten in der Alten Schule

Lange Zeit wurde die „Alte Schule“ teilweise von der Feuerwehr mitgenutzt.

Bild: Archiv Karl Ihl

Vielen Orbern noch gut in Erinnerung – die Alte Schule am Untertor. Im Gebäude waren die Kleiderkammer und ein Unterrichtsraum für die Feuerwehr untergebracht.

Auszug aus der Festschrift zum Jubiläum 2001

Unterkunft in der Quanzstraße

Bald zog die Freiwillige Feuerwehr Bad Orb vom Salinenplatz in die neugebaute Unterkunft in die Quanzstraße um. Hier boten mehrere Fahrzeughallen Platz für den mittlerweile angewachsenen Fuhrpark.

Ein Schlauchturm war nun ebenfalls vorhanden. Dieser ist bis heute erhalten.

Im Hintergrund der folgenden Aufnahme ist in der linken Halle das LF8 und in der rechten Halle das TLF15 zu sehen.

Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Orb vor der Unterkunft in der Quanzstraße anlässlich des 60. Jubiläums im Jahre 1961. In der ersten Reihe ist die Wehrführung unter dem 1961 neugewählten Stadtbrandinspektor Anton Angelstein (zweiter v.l.) zu sehen.

In dem Gebäude waren zudem die damaligen Stadtwerke untergebracht. Diese bezogen in den 1970er Jahren, wie auch die Feuerwehr, ein neues Gebäude in der Gewerbestraße.

Jugendarbeit in den 1960er Jahren.

Neubau in der Gewerbestraße

Der prosperierende Kurbetrieb und die gesetzlich gestiegenden Anforderungen an den Brandschutz machten in den 1970er Jahren einen umfangreichen Neubau nötig.

Baufortschritt 1976. Zu beachten sind die massiven Fundamentierungen.
Grundsteinlegung 1976. Rechts im Bild: Stadtbrandinspektor a.D. A. Angelstein

Hinter und vor dem Neubau erstreckten sich nun weitläufige Übungsflächen. Für die Aus- und Fortbildung gab es nun auch im Obergeschoss einen großen Lehrsaal. Dieser wurde später auch für die kreisweiten Grundlehrgänge benutzt. Diese Nutzung hält bis heute an. Jährlich finden so in Bad Orb zwei Grundlehrgänge mit 36-45 Personen statt.

Der Neubau kurz nach der Fertigstellung

In ganz Hessen finden sich ähnliche Wachen wie in Bad Orb. Diese entstanden in den 1970er Jahren aus dem Konzept der Stützpunktfeuerwachen der Landesregierung.

Stützpunkte verfügen über einen größeren Fuhrpark und mehr Material als andere Feuerwehren. Überörtliche Tätigkeiten gehören so auch zum Aufgabengebiet.

Die nächste Wache dieser Bauart findet sich in Maintal-Bischofsheim. Die baulichen Gemeinsamkeiten liegen auf der Hand.

Quelle: Feuerwache Maintal-Bischofsheim
Die Feuerwache mit Fuhrpark im Jubiläumsjahr 2001. Bis dahin ohne nennenswerte bauliche Veränderungen.

Modernisierung und Erweiterung

Die Aufgaben der Feuerwehr entwickelten sich im Laufe der Zeit immer weiter. Die Feuerwache war jedoch über Jahre hinweg nicht an den Aufgaben gewachsen. Anfang 2014 begann dann eine umfangreiche Sanierung und Erweiterung der Feuerwache in der Gewerbestraße.

Ein Teil der vorhandenen Substanz wurde abgetragen. Aufnahme aus dem Jahr 2014.

Neben größeren Lagerflächen, größeren Werkstätten entstanden aber auch neue Büroräumlichkeiten, ein Jugendraum sowie geschlechtergetrennte Umkleiden für die Einsatzkräfte. Auch Sanitäranlagen mit Duschen entstanden hierbei.

Einige Jahre zuvor wurde zunächst das Dach erneuert.

Zum Abschluss der Umbaumaßnahmen entstand dann noch ein Übungsturm im hinteren Übungshof der Feuerwache. Dieser wird seitdem auch für die Ausbildung zum Thema Absturzsicherung verwendet. Auch der Grundlehrgang greift auf diese Übungsmöglichkeit zurück.

Die Feuerwache im Herbst 2019. Deutlich zu erkennen ist das neue Pultdach, die quaderförmige Erweiterung hinter dem Treppenturm zur Rechten sowie der Übungsbalkon an der Gebäudefront. Hinter der Wache ist zudem der Übungsturm zu erahnen. Neue Hallentore sowie ein „112“-Schriftzug wurden ebenfalls verbaut.